Vom Akt einen Pass zu beantragen

Ich brauchte einen neuen Pass für die Reise. Mein alter hatte nur noch zwei Seiten frei, aber war auch nur noch ein halbes Jahr gültig. Da er aber noch gültig war, stellte es die Mitarbeiterin im Bürgerservice vor große Probleme, weil sie nicht daran dachte, ohne manuell auf zehn Jahre Gültigkeit zu stellen, er war also, wie ein Zweitpass, nur sechs Jahre gültig.

Erst dachte ich mir nichts dabei (okay, mehr Geld für weniger Zeit war schon doof), aber als ich einer Freundin davon erzählte, fiel mir auf, dass es Probleme geben könnte. Daher habe ich beim Bürgerservice angerufen, die mir bestätigten, dass es natürlich komisch aussehen würde, wenn ich meinen Reisepass mit nur sechs Jahren vorlegen würde (vor allem, da es ja der einzige Pass sein würde). Daher haben sie mir einen neuen beantragt.

Aber jetzt habe ich einen schicken neuen Pass (mein alter war vom Reisen ganz abgegriffen), in dem ich lauter neue Stempel und Visa sammeln kann. Nächster Stopp: Impfungen auffrischen.

Es war Schicksal …

2015 habe ich in Vietnam in Hué ein Foto gemacht (bzw. meine Mama hat es gemacht), das ich 2017 auf Bali noch mal nachgestellt habe, vollkommen zufällig. Ich konnte mich gar nicht mehr an das erste Foto erinnern, aber offenbar war es mir bestimmt, mal mit einem Elefanten zu schmusen.

 

Baden mit Elefanten

Ich finde Elefanten faszinierende Wesen und möchte auch gerne ein kleines Elefantenbaby haben, dass bei mir im Wohnzimmer lebt. Aber ich mag Tiere lieber in ihrer natürlichen Umgebung. Ich hoffe, sie irgendwann in der Wildnis Afrikas zu sehen, aber sie so dressiert in einer Art Zoo zu sehen, ist eigentlich nicht meins.

Daher bin ich auch nicht mit ihnen schwimmen gegangen oder auf ihnen geritten, sondern habe mich auf die weniger invasiven Dinge wie baden, füttern und schmusen beschränkt. Und es war auch toll, aber ich wünschte, ich wüsste nicht, welche Methoden angewendet werden, mit denen man Elefanten zu solchen Sachen bringt.

Es war auf jeden Fall ein Erlebnis und wenn ich mein Gewissen ausgestellt habe, konnte ich es auch genießen. Aber für mich bleibt ein bitterer Geschmack.

Schwimmen mit den sanften Riesen

Auf unserem Schnorchelausflug nach Nusa Penida sind wir alle mehr oder weniger seekrank geworden. Ich weniger, aber ich merkte auch, dass der Seegang nicht so toll war.

Aber jede Reise hat ein Ende und unser Ziel hieß Manta Point. Es gibt nur wenige Orte, an denen man die sanften Riesen besuchen kann und Nusa Penida ist einer. Ich wusste nicht, was mich erwartet, als ich ins Wasser sprang, und ich gebe zu, als ich die Riesen sah, war ich erst schockiert. Kurzzeitig und dann fasziniert. Sie bewegen sich wie Ballerinas, ihre Flossen schwingen sie wie Flügel und sie schwimmen so anmutig herum, dass man beinahe neidisch werden könnte, weil man selbst nicht so grazil ist.

Wir haben drei Rochen gesehen, die immer wieder um uns herum geschwommen sind. Leider hatten wir beim ersten Tripp unsere Kamera nicht mitgenommen, daher gibt es keine Fotos. Nicht, dass die Fotos, die wir vom zweiten Trip haben, jetzt voll der Wahnsinn wären …

Nach den Mantarochen fuhren wir noch zu einem Korallenriff, wo Unmengen an kleine Fischen schwamm. Die Guides haben uns Brot zum Füttern gegeben. Ja, ich weiß, dass das ein ökologisches Verbrechen ist, aber es war trotzdem cool, als die Fische mir Brot aus den Händen gegessen haben.

Die Rückfahrt war dann auch weniger wellig und wir sind nach einem erfolgreichen Tag auf See wieder in unsere Homebase gefahren.

Balinesische Rundreise

Nach einer halben Flug-Ewigkeit kamen meine Freundin und ich auf Bali an. Wir hatten eine Nacht in unserem InterConti Resort in Jimbaran, bevor wir zu einer viertägigen Rundreise mit Namen „Zauber und Mythen“ aufbrachen. Normalerweise sind so geführte Touren nicht so meins und ich präferiere es, selber rumzureisen, aber ich muss sagen, diese Reise fand ich gut.

Wir haben gefühlt jeden Tempel von Bali besucht. Am besten hat mir der Pura Tanah Lot, der Meerestempel gefallen, weil er nur manchmal betreten werden kann. Wenn die Flut da ist, ist der Tempel eine kleine Insel. Der Pura Ulun Danu Bratan Wassertempel war wirklich schön und hatte eine einzigartige Bauweise. Natürlich waren wir am Besakih Muttertempel, aber auch der Pura Beji war beeindruckend. Er hat rosa Steine (oder zumindest wirken sie im Licht so. Ich bin mir nicht sicher, was stimmt) und ist mit so viel Liebe zum Detail verziert, das ich sagen muss, er ist einer der schönsten Tempel Balis.

Die erste Nacht haben wir in Candi verbracht und die zweite in Lovina. Hier sind wir um fünf Uhr morgens aufgestanden, um Delfine zu beobachten. Wir haben auch welche gesehen, aber ich muss sagen, dass ich diese Tour für keine schöne Wildlife-Erfahrung gehalten habe. Hunderte Boote jagen die armen Tiere, nur damit man sie gesehen hat. Ich liebe Wal- und Delfinbeobachtung, aber hier hat sich mein Gewissen ganz schlimm gemeldet. Es geht auch anders. Und vor allem besser.

Auf der Tour haben wir noch Ubud kennengelernt und dieses quirlige Städtchen hat uns so fasziniert, das wir später noch einmal wiedergekommen sind.

Schließlich waren wir noch im Affenwald, wo ich auch wieder zwiegespalten bin. Denn einerseits fand ich es total süß, einen Affen auf der Schulter zu haben, andererseits waren diese Tiere auch so verängstigt, das ich mir gar nicht vorstellen mag, wie sie behandelt werden.

Alles in allem war es eine schöne Tour und wir alle haben unsere Liebe für Maniokchips entdeckt.