#ThatWanakaTree

Von der wunderschönen Otago Halbinsel sollte es zum Milford Sound gehen. Der Weg allein sollte bereits das Ziel sein, ach nein. Das Ziel ist definitiv das Ziel, aber der Weg war auch einmalig. Leider war alles in Te Anau bereits ausgebucht oder unbezahlbar, weswegen wir in Lumsden abgestiegen sind. Aber der Ort ist eigentlich nicht der Rede wert, außer als Übernachtungsspot für Camper, denn die können im Stadtzentrum ihr Wohnmobil parken.

Milford Sound

Der Weg von Te Anau zum Sound ist gar nicht so lang, aber man muss ständig anhalten, weil die Landschaft so wunderschön ist. Wir hatten beschlossen, erst auf dem Rückweg anzuhalten, damit wir auf jeden Fall rechtzeitig zu unserer Bootsfahrt kommen würden. Aber selbst ohne Stopps sind neuseeländische Straßen eben anders, voller Serpentinen, Tunnel und Tramper, die man ein Stück mitnehmen kann.

Da wir so weit (nach neuseeländischen Standards) vom Sound entfernt übernachtet haben, konnten wir leider kein früheres Boot nehmen, sondern sind um 12.20 an Bord der Mitre Peak Cruise gegangen. Ich hatte gelesen, dass die Boote kleiner sind und daher näher an die Wasserfälle ranfahren, was sich bewahrheiten sollte (wenn irgendwann das Internet wieder besser ist, werde ich die Videos und Fotos hochladen). Aber zunächst einmal hatten wir strahlenden Sonnenschein, obwohl schlechtes Wetter angekündigt war. Und es gab keine Sandflys, dazu später mehr.

Wir hatten auch noch Glück, weil es in der Nacht heftig geregnet hatte, und daher die ganzen Wasserfälle gut gefüllt waren (Das hatte mir meine liebe Kollegin Saskia vorab schon verraten und ich war so froh, dass es eingetreten ist). Überall tropfte und floss und rauschte es. Es war einfach wunderschön. Die Robben, Albatrosse und Delfine waren da nur noch das Sahnehäubchen auf dem sowieso schon mächtigen Kuchenstück.

Mein Highlight kam dann aber noch, denn wir fuhren unter einen Wasserfall. Der Kapitän sagte noch, dass wir uns lieber unterstellen sollten, weil es nass würde, aber ich musste dringend im kalten Wasser stehen bleiben und ein Video drehen (mit meinem Handy in einer wasserfesten Schutztasche, die ich echt nur empfehlen kann). Es war so kalt und es war so windig und so laut und so toll. Mama hat sich in Sicherheit gebracht, aber ich musste immerhin noch das Video drehen. Es war auf jeden Fall ein großartiges Erlebnis.

Der Weg

Auf dem Rückweg hielten wir dann überall an. An jedem Wasserfall, jedem See und jeder Schlucht. Alles haben wir angesehen und nichts bereut. Das einzige, was ich persönlich schade fand, dass so spät im Sommer bereits alle Lupinen verblüht sind und ich doch so sehr auf dieses Foto gehofft hatte, das in beinahe jeder Broschüre zu Neuseeland enthalten ist. Aber alles andere war dafür umso traumhafter.

Kurz bevor es durch den Tunnel ging hatten wir dann auch noch das Glück einen Kea zu sehen, der auf einem Pfosten saß und für alle posierte. Habe ich schon erwähnt, dass wir Glückskekse sind?

Wanaka

Wir haben noch eine Nacht in Lumsden verbracht, bevor wir uns auf den Weg nach Wanaka gemacht haben. Natürlich hat uns das Navi wieder den kürzesten Weg angezeigt, den mit den tausenden Serpentinen. Teilweise konnte man nur mit 15kmh fahren. Dabei fällt mir übrigens ein: Ich mache nur noch ganz selten den Scheibenwischer an, wenn ich blinken will. Außerdem bin ich noch nicht einmal auf der falschen Seite gefahren oder falsch in den Kreisverkehr gefahren. Toi Toi Toi. Lieber sofort auf Holz klopfen. Naja, der Holzkopf muss reichen.

Wir haben in einem Motel auf dem Hügel gewohnt, weswegen wir einen wunderbaren Blick über den See hatten. Direkt gegenüber von #ThatWanakaTree, der übrigens der meistfotografierte Baum Neuseelands ist. Er ist auch wirklich schön und während wir da waren, hat ein Pianist musiziert. Es war richtig schön relaxt.

Franz Josef

Irgendwann geht auch jede Glückssträhne zu Ende und unsere endete am Gletscher. Am Tag als wir im Ort ankamen war es traumhaft, am Tag, als wir den Gletscher besuchen wollten, war alles so verhangen, das man erraten musste, wo was war. Stattdessen haben wir uns die Kiwis im Wildlife Center der Stadt angeschaut, was auch ganz nett war.

Pancake Rocks

Je weiter wir nach Norden kamen, desto sonniger wurde es wieder und so war die Sonne wieder da, als wir mittags die Pancake Rocks erreichten, die so heißen, weil sie aussehen wie ein Stapel Pfannkuchen. Wir waren genau um 13.30 Uhr da, als die Flut ihren Höchststand hatte, weswegen auch die Blowholes (gibt es eine andere Übersetzung dafür, als Blaslöcher???? Das hört sich etwas vulgär an) gefüllt waren. Da es aber kaum Wellen gab, spritzte da leider nichts rum (hey, Entschuldigung. Ich kann nichts dafür, wenn es dafür keine anderen Worte gibt).

Wir haben in dem zauberhaften Te Nikau Retreat geschlafen, das ich wirklich nur empfehlen kann. Es war eine wunderschöne, relaxte Anlage, die einen Dschungel-Geheimweg zum Truman Track und zum Truman Track Beach hat. Allerdings darf man hier nicht ängstlich sein, denn es gibt keine Schlüssel. Man kann also sein Zimmer nicht abschließen. Wir sind eh nicht ängstlich, aber ich hatte auch zu keinem Moment irgendeine Befürchtung. Kommentar von Mama: Angst? Ich lach dir ins Gesicht.

Allerdings machten wir hier dann auch Bekanntschaft mit den Sandflys, die besonders Mama gepiesackt haben. Aber der Bite away Stichheiler ist unser Retter. Damit jucken die Stiche fast gar nicht mehr. Wenn man es ertragen kann. Manche Stellen sind einfacher zu ertragen, als andere …

Kaikoura

Unser längster Fahrtabschnitt war die Strecke nach Kaikoura, einmal quer über die Südinsel. Wir hatten überlegt, wie genau wir unsere Tour planen und uns dann dafür entschieden, es so zu machen. Im Regen losgefahren und auf halber Strecke von der Sonne eingeholt. So gehört sich das. Die SH1 ist noch stark beschädigt, daher musste man hier extra viel Zeit einplanen.

Natürlich wollten wir die Delfine in Kaikoura besuchen und das haben wir heute auch gemacht. Da das Wetter nicht ganz so gut war und der Wellengang ziemlich hoch, war es nicht nur eine positive Erfahrung. Aber die Delfine waren großartig und das Team von Dolphin Encounter auch (Mega-Empfehlung!!). So viele und so verspielte und so nah habe ich sie noch nie gesehen. Anfangs sah es so aus, als würde mein Delfinpech zuschlagen, aber nichts da. Sie kamen und es war großartig. Sie sprangen und machten Salti und tauchten neben dem Boot auf. Leider ist das mit dem Fotografieren immer so eine Sache … Daher gibt es nicht die allerbesten Beweise. Aber manche Dinge muss man nur erleben und sie im Kopf speichern.

Eigentlich wollten wir auch noch die Seehunde auf einer Bootsfahrt besuchen, aber weil die See zu rau war, ist der Anbieter nicht gefahren. Stattdessen haben wir die Seehund-Kolonie dann bei einem Landspaziergang besucht und sind wie die Bergziegen über die Klippen gestiefelt. Es hat Spaß gemacht, aber es war auch kalt. Wenn die Sonne nicht scheint, merkt man, dass es auf den Herbst zugeht.

Am 27. ist unsere Fährfahrt zur Nordinsel und so ganz genau wissen wir noch nicht, was wir bis dahin machen, denn unsere Wunschliste für den Süden ist abgearbeitet. Aber vielleicht ist es ja auch einfach schön, mal die Seele baumeln zu lassen. Kommentar von Mama: Joar.

Fotos und Videos zu allen Stationen gibt es hier.

Oamaru oder das Warten auf die Pinguine

Wer immer behauptet, ein vierundzwanzigstündiger Flug könnte lustig sein, sollte sofort auf seinen Geisteszustand überprüft werden. Es ist anstrengend. Auch, wenn man einfach nur sitzt. Auch, wenn man auf dem ersten Flug nach Dubai das Glück hat, das die Maschine so leer ist, dass man sich auf eine Viererreihe legen kann. Aber danach kamen ja die fast vierzehn Stunden nach Sydney … Aber wir haben es überlebt und das ist die Hauptsache. Wir sind zu ein wenig Regen gelandet und dann ins Hotel gefahren. Gott sei Dank war es schon Nachmittag, sodass wir nicht allzu lange warten mussten, bis wir schlafen gehen durften.

Christchurch

Nach den beiden Erdbeben erholt sich die Stadt langsam wieder. Ein Zeichen dafür sind die vielen tollen Streetart-Projekte, die überall zu sehen sind. So viele tolle Graffiti sind überall an den Fassaden zu sehen, das man beinahe über die Lücken im Stadtbild hinweg sehen könnte. Diese werden vor allen Dingen durch Parks gefüllt, was ich eine wirklich gute Idee finde, obwohl ich Christchurch bereits heute für eine sehr grüne Stadt halte. Vor allem der botanische Garten ist sehenswert mit seiner Vielzahl an Bäumen, u.a. kalifornische Redwoods und Zypressen.

Wir haben auch eine Hop on/Hop off-Tour mit der Straßenbahn gemacht und so einige schöne Ecken gesehen, die wir uns wahrscheinlich nicht erlaufen hätten. Abends fand das Chinesische Laternenfest statt. Es waren allerdings so viele Menschen unterwegs, dass wir uns frühzeitig zurückgezogen haben. Jetlag und so. Das malaysische Essen war allerdings sehr lecker.

Am nächsten Tag haben wir Christchurch in Richtung Süden verlassen.

Oamaru

Die Fahrt nach Oamaru begann spannend, weil wir unseren Mietwagen abholten. Ich war sehr nervös und richtig am Schwitzen, weil ich noch nie absichtlich auf der falschen Seite gefahren bin. Unabsichtlich auch nicht. Glaube ich. In der Stadt konnte ich mich noch an den anderen Autos orientieren und als wir dann erst mal auf dem Highway 1 waren, ging es viel leichter. Allerdings mache ich ständig den Scheibenwischer an, statt den Blinker. Die sind nämlich auch seitenverkehrt.

Als erstes führte uns unser Weg zum Little Red School House, eine halbe Stunde von der Stadt entfernt, inmitten von grünen Hügeln, Schafen und dem beeindruckendsten Sternenhimmel, den ich je gesehen habe. Weil das Wetter wunderschön war, haben wir den Nachmittag in der Sonne verbracht und es uns gut gehen lassen.

Am nächsten Tag ging es dann in die Stadt, vor allem in das viktorianische Viertel, in dem auch das Steampunk Headquarter ist. Diese wenigen Straßenzüge sind wunderschön angelegt und beherbergen u.a. die Tiny Free Library, eine alte Bäckerei, einen Steinmetz und viele andere Geschäfte, die einen Blick lohnen.

Daneben sind es die Pinguine, die hier das Highlight sind. Um etwa sechs Uhr abends sind wir zur Bushy Beach Road gefahren, wo man von einer Plattform Gelbaugenpinguine sehen können soll. Aber leider haben sie sich nicht gezeigt. Der Strandabschnitt war aber auch ohne Pinguine wunderschön und so hat uns das vergebliche Warten fast nichts ausgemacht.

Um acht ging es dann zur Zwergpinguinkolonie. Wir hatten Premiumsitzplätze gebucht (Mama wusste nichts davon) und so sind diese winzig kleinen Gesellen in nur drei Metern Entfernung an uns vorübergezogen. Das war wirklich mit das Niedlichste, was ich je gesehen habe. Wie sind so süß gewatschelt, haben sich geputzt und aufgeplustert und es war einfach nur wunderbar. Leider durfte man keine Fotos machen. Wir haben das natürlich verstanden, aber so nah hätten wir selbst mit dem Handy tolle Fotos machen können (wir haben das Ladegerät für die Kamera vergessen. Also Mama ;-)).

Das einzige, was die Sache noch besser gemacht hätte, wäre, wenn ich einen mit nach Hause nehmen dürfte …

Moeraki

Die Moeraki Boulders hatte ich mir ein wenig spektakulärer vorgestellt. Sie sind schick, aber ich hätte mir mehr erwartet. Mama sagt, es seien Boule-Kugeln von Riesen. Ich persönlich glaube, es sind Dracheneier. Wer Recht hat? das weiß natürlich wieder niemand.

Otago Peninsula

Der Weg zum kleinen roten Schulhaus war schon ein wenig abenteuerlich, aber der Weg zur Otago Halbinsel hat es ebenfalls in sich. Auf dem Weg zum Seaton Retreat in Portobello meinte Mama: »Was hast du denn jetzt schon wieder ausgesucht? Du und deine Wege.« Kann ich denn was dafür, wenn man die schönsten Orte erst nach einer Anstrengung erreicht?

Am ersten Nachmittag sind wir zum Larnach Castle gefahren, dem einzigen Schloss in Neuseeland. Es wurde und wird immer noch liebevoll restauriert und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Nicht nur wegen des Hauses, sondern auch wegen des schönen Gartens, in dem viele bunte Blumen und Pflanzen wachsen. Teilweise fühlt man sich wie im Dschungel.

Am nächsten Tag haben wir eine Bootstour mit Monarch Wildlife Cruises gemacht, auf der wir Seelöwen, Seehunde, Albatrosse und Riesensturmvögel gesehen haben. Die Northern Royal Albatrosse haben hier ihren einzigen Brutplatz auf dem Festplatz. Sie haben mindestens eine Spannweite von drei Metern und verbringen ihr Leben mit einem einzigen Partner. Mindestens sechs sind über unseren Köpfen geflogen.

Nach einem Besuch im Albatross Center, wo wir schwimmende Seehunde gesehen haben, sind wir zur Sandfly Bay gefahren. Wir sind nicht bis nach unten gewandert, sondern haben den Blick von oben genossen. Diese Farben! Ein Traum. Danach sind wir zum Penguin Place gefahren, um doch noch Gelbaugenpinguine zu sehen. Sie sind die am stärksten bedrohte Pinguinart weltweit und es gibt nur noch zwischen 1.600 und 1.800 Exemplare, von denen 700 auf der Südinsel leben. Angegliedert ist auch ein Krankenhaus, um die Pinguine zu versorgen.

Um sie im Reservat zu beobachten, muss man durch Schützengräben wandern, damit man die Vögel nicht ängstigt. Neben den Pinguinen gibt es hier auch noch Seehunde zu beobachten.

Alles in allem eine tolle erste Woche mit grandiosem Wetter. Morgen geht es in Richtung Milford Sound.

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