Das süße Nichtstun

Die zweite Fidschi-Woche haben wir auf der Hauptinsel Viti Levu verbracht. Leider ist die Hauptinsel nicht ganz so paradiesisch wie die kleineren Inseln, aber es war trotzdem sehr schön. Wir haben ein paar Tage nur rumgelegen und gelesen. Es war wirklich toll!!!

Aber natürlich konnte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, noch mehr zu schnorcheln, weswegen wir zwei Trips gemacht haben. Der erste Tagesausflug ging zur Schooner Islands mit Whale’s Tale. Das alte Segelboot (obwohl es eigentlich erst aus den 70ern stammt) fuhr langsam durch die Mamanucas bis wir an einer kleinen Insel ankamen. Mit dem Tenderboot wurden wir abgesetzt und konnten dann schnorcheln, baden und sonnenbaden. Der Schnorcheltrip war toll, auch wenn nichts die Trips auf den Yasawas toppen kann. Aber ich habe Nemo gefunden! Leider sind die Anemonenfische nicht so weit an der Oberfläche. Ich bin zwar runtergetaucht, aber trotzdem nicht nah genug rangekommen. Auf dem Foto sieht man also nur orangene Flecke. Man muss mir also einfach glauben, dass es ein Anemonenfisch war.

Mama hat dann noch von einem der Mitarbeiter eine Privattour mit dem Glasbodenboot angeboten bekommen. Ich wollte lieber schnorcheln, aber er hat gesagt, ich könnte von Bord springen und er würde mich dann mit einem Seil an den Strand ziehen. Das musste ich natürlich tun (siehe Foto als Beweis). Zuerst sind wir also zu einer Stelle gefahren, an der viele Zebrafische waren, bevor er mich zu einem schönen Fleckchen Riff gefahren hat.

Diese Stelle war auch wirklich viel schöner, als die vorherige, und ich war ganz alleine da! Das war auch viel besser, weil ich Videos drehen konnte, ohne ständig Füße auf dem Bild zu haben. Das Wasser war klar und soooo viele Fische haben mich besucht. Das war ganz wunderbar. Danach hat er mir ein Seil hinzugeworfen und mich mit dem Boot an den Strand geschleppt. Das war wirklich lustig.

Allerdings …

Ich hatte einen Neckholder-Badeanzug an, aber das Band um den Hals ist nur Dekoration und kein Halt. Daher wurde bei der Fahrt irgendwie mein Oberteil runtergezogen und daher wurde ich oben ohne durchs Wasser gezogen. Gemerkt habe ich das – Gott sei Dank! – bevor ich am Strand war, aber Mama sagt, dass der Bootsführer immer mal wieder zu mir geschaut hat. Vielleicht war ich das Tischgespräch des Abends.

Dann haben wir noch eine Tour zur Savala Insel gemacht. Diese Insel hat einen wunderschönen Sandstrand, aber leider waren auch viel mehr Menschen auf dieser Tour, weswegen es nicht wirklich eine einsame Insel war. Der Vorteil war aber, das wir viel mehr Zeit hatten und ich daher stundenlang schnorcheln konnte, unter anderem mit Haien!!! Mama ist auch mit Haien geschnorchelt! Leider ist ständig Wasser in die Taucherbrille gelaufen. Das hat mir ein wenig den Spaß verdorben und ich wünschte, ich hätte meine eigene Maske nicht verloren.

Tja, und dann war unsere Fidschi-Zeit auch schon wieder vorbei. Mit einem letzten Blick auf das Riff von Viti Levu flogen wir nach Sydney.

Fotos und Videos finden sich hier.

Von Prinzessinnen, Zyklonen und Haien

Wir hatten lose den Wetterdienst verfolgt, der zwar Regen für Fidschi anzeigte, aber nichts von einem Zyklon sagte. Als wir dann am Flughafen ankamen, waren wir überrascht, als uns andere Reisende mitteilten, dass am nächsten Tag ein Zyklon über die Inseln fegen sollte, aber  da das niemanden abzuhalten schien, haben wir uns auch in die Maschine gesetzt, die uns mit drei Stunden Verspätung nach Viti Levu gebracht hat.

Nadi

Wir wollten eigentlich die Hauptinsel so schnell wie möglich verlassen, aber am nächsten Tag hat uns die Reiseleitung angerufen und uns mitgeteilt, das der gesamte Fährverkehr eingestellt wurde, weil Zyklon Keni im Anmarsch war. Leider konnten wir in unserem Hotel der ersten Nacht nicht bleiben, daher hat uns die Reisetante ein anderes gesucht. Allerdings muss ich sagen, dass sie dabei versagt hat. Wir hatten kein Internet (was einfach gar nicht geht, wie soll man sich denn dann informieren?), kein Telefon und das Personal hat das Hotel während des Zyklons verlassen. Wenn etwas passiert wäre, wären wir auf uns allein gestellt gewesen. Alles andere als ideal.

Wir haben den Zyklon überstanden und am Mittwoch konnten wir dann mit zwei Tagen Verspätung auf die Mamanuca-Inseln fahren. Genauer auf Big Malolo, wo unser Hotel uns erwartete, und genauso ist, wie man sich die Südsee vorstellt. Weißer Sand, türkises Wasser, Palmen. Leider auch jede Menge Mücken.

Malolo

Am ersten Abend waren wir schwimmen in türkisem Wasser bei etwa 27 Grad. Gibt es was besseres? Ich glaube nicht. Unsere Strandbure hatte eine Außendusche, die zwar nur einen schwachen Wasserdruck hatte, aber trotzdem toll war. Der Infinity Pool war mit Salzwasser gefüllt und viel kälter als das Meer. Da konnte man sich zwischendurch mal erfrischen, wenn es sein musste.

Am nächsten Tag habe ich eine Schnorcheltour zur Honeymoon Island gemacht. Das Wasser war nicht ganz klar, aber trotzdem gab es viel zu sehen. Was mir ganz und gar nicht gefallen hat, war, dass einige der anderen Schnorchler auf dem Riff gestanden haben, um sich zwischendurch auszuruhen. Die Guides haben auch nichts dagegen gesagt, was ich noch schlimmer finde. Überall sah man das Ergebnis von toten Korallen und diese Leute haben dazu beigetragen, die Riffe weiter zu schädigen.

Abends gab es ein Lovo-Dinner. Dabei wird das Essen unter der Erde gegart. Danach gab es eine Tanzperformance, an der wir teilnehmen mussten. Leider sind wir nicht schnell genug verschwunden. Es war aber dann doch ganz lustig. Da wir am nächsten Tag schon wieder abreisen mussten, wurden wir mit einem Lied verabschiedet, das nur ein ganz klein wenig zu viel Pathos enthielt. Vielleicht war das alles Fassade, aber alle, die hier gearbeitet haben, sahen glücklich aus und waren super freundlich. Ich hab mich gefragt, ob ich auch netter wäre, wenn ich im Paradies leben würde …

Da wir erst nachmittags abgeholt werden würden, konnte ich noch einmal Schnorcheln gehen. Dieses Mal an einer Sandbank. Dies startete mit einem Schock, denn ich hab meinen Schnorchel und meine Maske beim Reinspringen verloren. Ich befürchte, ich hatte sie nicht richtig auf, blöderweise. Aber da eine andere herausgefunden hat, dass sie Schnorcheln nicht mag, konnte ich mit ihrer Taucherbrille tauchen gehen. Mich ärgert nicht mal so sehr, dass ich die Sachen verloren habe (man kann ja alles nachkaufen), aber ich hasse, dass ich Plastikmüll im Ozean gelassen habe. Das tut mir wirklich sehr leid.

Die Sichtbarkeit an der Sandbank war schlecht, weil so viel Sand im Wasser war, aber es waren unglaublich viele Fische da, viel mehr, als am Tag zuvor. Sie kamen auch viel näher, weswegen ich ein paar wirklich schöne Fotos mit meiner extra für diesen Urlaub gekauften GoPro machen konnte. Auf der Sandbank hat sich dann wieder gezeigt, dass  die Guides kein Gespür für den Erhalt von Ozean und Artenvielfalt hatten, denn sie haben einen blauen Seestern aus dem Wasser genommen, damit wir ihn ansehen und anfassen konnten. Dabei ist es ja so, dass manche Seesterne nach ein paar Minuten an der Luft schon eingehen. Das hat mir leider an diesen Schnorcheltrips nicht gefallen.

Yasawa Islands

Pünktlich um 3.40 wurden wir von einem kleinen Boot abgeholt, das uns zu unserem Kreuzfahrtschiff, der Fiji Princess, gebracht hat. Wir hatten an dem Tag echt viel Wellengang, daher war die Fahrt nicht ganz so angenehm und  das Klettern an Bord war auch schwieriger durch die hohen Wellen, aber dann waren wir an Bord und konnten die Fahrt genießen.

Der erste Stopp war Monuriki Island. Hier wurde Cast Away mit Tom Hanks gedreht. Durch den hohen Wellengang konnten wir hier leider am Abend nicht schwimmen gehen. Am Abend gab es das Kapitäns-Willkommens-Dinner und der Kapitän hat an unserem Tisch gesessen. Er war irgendwie schüchtern und gleichzeitig sehr witzig.

Nachts lagen wir vor Anker, weswegen es nicht so sehr schaukelte, aber am nächsten Morgen ging es mir nicht so gut und ich musste nur raus aus der Kabine. Eingesperrt sein bei Seekrankheit ist ganz schlimm. Ich bin dann auch immer sehr geruchsempfindlich, weswegen ich dann schnell fliehen musste. Draußen ging es dann wieder. Gott sei Dank. Denn der erste Schnorcheltrip der Reise war im Sharks Hole!

Ich wollte unbedingt Haie sehen und mit ihnen Schnorcheln und Schwimmen. Und das konnten wir auch tun. Es waren fünf Hai da, die bestimmt größer als anderthalb Meter waren. Man kann das so schlecht beurteilen, weil sie vor allem am Boden geschwommen sind und ich mehrere Meter dadrüber geschwommen bin. Daher behaupte ich einfach mal, dass sie zwei Meter groß waren, ach was, fünf …

Es war wirklich beeindruckend, diese Tiere aus der Nähe zu sehen, auch wenn es nur Riffhaie waren, die einem nichts tun. Aber trotz allem war da ein wenig Nervenkitzel, der das alles nur um so süßer gemacht hat. Leider war es viel zu schnell vorbei. Nachmittags haben wir ein Fidschi-Dorf besucht und viel über die Lebensweise der Menschen auf den Yasawa-Inseln erfahren. Danach konnten wir schwimmen gehen, bevor wir abends alle Sarees anziehen und Bollywood-Schritte lernen mussten. Ich bin ja immer nicht so für dieses ganze Animationsprogramm. Mir reicht es zu lesen.

Am dritten Tag unserer Kreuzfahrt ist Mama mit Schnorcheln gewesen, aber so richtig glücklich war sie damit nicht und hat sich relativ zeitig wieder einsammeln lassen, während ich noch ein bisschen länger die wunderschöne Unterwasserwelt genießen konnte. Aber der wirklich tolle Schnorcheltrip kam später an diesem Tag. Wir wurden auf einem weißen Sandstrand ausgesetzt und man konnte schon vom Strand jede Menge Fische sehen. Aber zu dritt wurden wir mit dem Boot noch an eine andere Stelle gebracht und hier war das Unterwasserparadies. Klares Wasser, traumhafte Korallen mit lila Spitzen, unglaublich viele Fische, die einem umschwärmt haben, kleinen Tintenfische mit türkisen Augen, die uns beobachten haben und auch Anemonenfische, die leider so tief unten waren, dass ich nur orangene Flecken auf dem Video habe. Es war einfach traumhaft schön. Ich glaube, ich bin noch nie zuvor an einem schöneren Riff geschnorchelt.

Als wir zurück am Strand waren, wollte Mama auch noch mal schnorcheln und es war so schön den Moment zu sehen, als sie die Liebe zum Schnorcheln fand. Plötzlich konnte sie sich gar nicht sattsehen an all den Fischen unter ihren Füßen. Das hat mich soooo glücklich gemacht, weil ich es so liebe und sie jetzt auch.

Und dann waren unsere drei Nächte leider auch schon wieder vorbei. Am nächsten Tag konnten wir vormittags noch einmal schnorcheln gehen, was ich natürlich auch getan habe, bevor wir mittags von einem Katamaran abgeholt wurden. Leider aus der wunderschönen Yalobi Bay, in der ich gerne noch verweilt hätte. Vom Schiff aus hat Mama noch einen Hai gesehen, den ich mir gerne beim Schnorcheln noch angeguckt hätte.

Nach unserer Kreuzfahrt letztes Jahr wollten wir eigentlich nie wieder eine Kreuzfahrt machen, aber diese hier mit Blue Lagoon Cruises hat sich wirklich gelohnt. Auf einem kleineren Schiff mit wenigen Passagieren ist es auch einfach angenehmer. Ich kann diese Kreuzfahrt mit ganzem Herzen empfehlen. Man wird nicht enttäuscht sein.

Wir haben jetzt noch eine Woche auf Fidschi, bevor es nach Sydney geht. Ich will noch schnorcheln, schnorcheln, schnorcheln …

Fotos und Videos finden sich hier.

Das Neuseeland-Abenteuer ist zu Ende

Mit der Sail Fearless sind wir am nächsten Mittag zu den Maori Felsritzungen aufgebrochen. Es gab Pizza und Getränke und das Wetter war einfach traumhaft. Die Felsritzungen stammen aus den 70er Jahren und die Erschaffer haben sie zu Ehren ihrer Großmutter erstellt. Man fährt etwas mehr als eine Stunde hin und kann dabei den Fallschirmspringern zusehen, die über dem Lake Taupo abspringen. Es sieht wirklich witzig aus, wie aus den kleinen Punkten am Himmel irgendwann bunte Fallschirme werden, die gen Boden segeln.

Danach ging es für uns zur Schwefelstadt Roturua.

Rotorua

Man fährt nicht lang bis Rotorua von Taupo, aber durch unser Segelabenteuer auf dem Piratenschiff kamen wir erst abends an. Unser Zimmer war winzig klein, wirklich winzig. In anderen Hotels wäre das die Abstellkammer, aber wir hatten unser eigenes Bad und wir konnten Wäsche waschen. Also, alles gut. Zum Abendessen waren wir auf der Eat Streat (!), einem überdachten Straßenabschnitt mit jeder Menge Restaurants, aber es sind offenbar nicht unbedingt die besten Restaurants hier angesiedelt.

Morgens waren wir dann im Fat Dog frühstücken und haben uns in dieses Café verliebt. Die unterschiedlichen Tische und Stühle, das ganze Dekor war einfach so nett, das man gar nicht anders konnte, als sich wohlzufühlen. Im Anschluss ging es nach Te Puia, hier bricht der Pohutu aus, der momentan größte Geysir Neuseelands. Ein bis zwei Mal in der Stunde schießt er bis zu dreißig Meter hohe Fontänen minutenlang in die Luft. Natürlich haben wir gewartet, bis wir dieses Schauspiel gesehen haben. Ansonsten kann man in einem Nachtgehege Kiwis sehen, Schlammpfuhlen und heiße Quellen. Ein anderes Highlight ist die Maori-Zeremonie, die hier ebenso wie ein kleines Dorf zu sehen ist.

Bisher kannte ich nur den Haka der All Blacks, dem Rugby-Team von Neuseeland, aber die Tänze und Gesänge auch einmal live zu sehen, war beeindruckend.

Im Anschluss waren wir noch im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland und wir müssen beide sagen, dass wir dieses Gebiet noch interessanter als Te Puia fanden. Es ist vielfältiger, hat schönere Wanderwege und am Ende wird man mit einem Blick über den grünen Lake Ngakoro belohnt, der wirklich beeindruckend ist. In der Ferne ragen Vulkane auf und die ganze Szenerie ist atemberaubend (nicht nur wegen dem Schwefel). Man kann auch heiße Schlammtümpel sehen, ebenso wie Sinterterassen und kleine Teiche in den schönsten Farben. Der Champagnersee zum Beispiel hat ein rotes Gestein und blaues Wasser, was einen sehr schönen Kontrast bildet.

Matamata

Dieser Stopp war nur für mich, denn ich wollte unbedingt nach Hobbiton. Mama war das egal, obwohl es ihr auch gefallen hat. Auf dem Weg haben wir noch einen Stopp in Mount Maunganui eingelegt und sind zum ersten Mal in diesem Urlaub im Ozean gewesen (wenn auch nur mit den Beinen). Der Himmel war strahlend blau, der Strand weiß und wir haben es genossen, einfach mal ein paar Stunden nichts zu tun.

Als wir dann am nächsten Tag nach Hobbiton kamen, war ich aufgeregt. Mama nicht, aber sie kennt ja auch die Filme nicht, obwohl sie sie jetzt gucken muss. Noch sagt sie nein, aber ich hoffe, ich kann sie überzeugen.

Alle Filmkulissen aus „Der Herr der Ringe“ wurden wieder abgebaut, außer Hobbiton, das auf der Alexander Schaffarm beheimatet ist und nach „Der kleine Hobbit“ stabilisiert wurde (anfangs waren die Häuser aus viel Styropor gefertigt, jetzt sind sie nach neuseeländischem Baustandard angelegt. Man kann also in ihnen wohnen). Leider kann man nicht selber durch das Dorf streifen. Es gibt nur geführte Touren und in jeder Tour sind etwa 30 Personen (die Touren sind fast immer ausverkauft, auch dann, wenn sie im fünf Minuten Abstand starten).

Meghan, unser Tour Guide, hat uns viel interessantes zu den Filmen erzählt, zum Beispiel hat bei Bilbos Geburtstagsfeier plötzlich der Kuchen in Flammen gestanden. Im Film sieht man die Rauchschwaden hinter Bilbo herziehen. Zum Schluss gab es einen Besuch im Green Dragon Inn, wo wir Ingwer Bier getrunken haben. Selbst Mama fand den Besuch toll, weil dieses Dorf so liebevoll angelegt ist. Eine Horde Gärtner kümmert sich darum, das alles immer so schön blüht und wächst.

Auckland

Wir waren nur eine Stunde in Auckland, bevor wir geflohen sind. Es ist bestimmt eine tolle Stadt, aber nach soviel Natur, so viel Raum und so viel Schönheit konnten wir es einfach nicht aushalten, die Wolkenkratzer bis in den Himmel steigen zu sehen.

Whangaparaoa

Stattdessen sind wir eine Stunde nach Norden gefahren, um in diesem schönen Örtchen am Little Manly Beach unsere letzten zwei Tage zu verbringen. Wir sind im Meer geschwommen (dieses Mal ganz richtig), sind im Naturschutzgebiet wandern gewesen, haben am Strand gelegen und beim Muschelsammeln zugesehen. Es war wirklich, wirklich schön und ein viel besserer Neuseeland-Abschluss, als Auckland es gewesen wäre. Und dann war ein Monat vorbei. So schnell kann es gehen.

Fotos und Videos befinden sich hier.

Wir sind keine Citygirls

Nach den regnerischen Kaikoura-Tagen sind wir schließlich nach Nelson gefahren, was ein Tipp meiner Kollegin Saskia Louis war (ganz ehrlich: was würden wir nur ohne sie machen?). Es war auch wirklich, wirklich schön. Die Sonne war wieder da, der Ort ist einfach hinreißend und wir hatten tolles indisches Essen.

Nelson

An dem Morgen wollten wir eigentlich noch die Seehunde in Kaikoura besuchen, aber aufgrund von schlechten Verhältnissen wurde die Bootsfahrt abgesagt, also machten wie uns stattdessen auf den Weg nach Nelson. Auf dem Stück Weg, der am Meer entlang führte, haben wir aber noch hunderte Seehunde auf den Felsen liegen sehen. Man durfte nicht anhalten, wegen der ganzen Baustellen, aber wir haben uns sehr über den Anblick gefreut.

Es sind „nur“ 300km (oder so) bis Nelson, aber die Straßen der Südinsel sind anders, heißt, es dauert länger. Aber die Ausblicke und Wege entschädigen für alles. Nach der Ankunft haben wir nicht mehr so viel gemacht, außer bei Starbucks einen Kaffee zu trinken (Mama mag jetzt White Mocha).

Am nächsten Tag sind wir zur Kathedrale gegangen, haben eine große Runde durch die Stadt gedreht (ein wirklich zauberhaftes Örtchen und so schön hergerichtet mit all den Blumenkübeln und süßen Cafés) und sind dann im Queen Garden gelandet, wo wir auf der Bank gesessen und gelesen haben. Abends sind wir im Indian Café gewesen und es war soooo lecker. Mama hatte was mit Garnelen und ich Chicken Korma und es war sooo gut. Also auf jeden Fall hingehen, wenn man mal da ist.

Den letzten Tag auf der Südinsel verbrachten wir im Founders Heritage Park, etwa zwei Kilometer vom Statdzentrum entfernt. Das nachgebaute Dorf (inklusive einigen Originalbauten) ist zwar klein, aber liebevoll angelegt. Das Café lädt auf jeden Fall zum Verweilen ein und ich habe eine Stunde in der Sonne auf der Wiese geschlafen (Mama hat gelesen und die merkwürdigen Enten betrachtet). Danach waren wir im Burger Culture (die Shakes, die wir nicht hatten, sahen so grandios aus!). Ich hatte den Chicken Pesto Burger. Mama hatte Chicken Wings. Beides unglaublich gut. Und die Pommes auch.

Picton – Wellington Fähre

Von unserem kleinen Holden Trax mussten wir uns in Picton verabschieden, denn man nimmt den Mietwagen nicht mit auf die andere Insel. Stattdessen bekommt man in Wellington ein neues Auto. Die Fährfahrt gilt als eine der schönsten der Welt. Da ich noch nicht auf so vielen Fähren war, kann ich das nicht beurteilen, aber es ist schön durch den Fjord zu fahren. Nicht so schön sind alte deutsche Männer an Bord, die Neuseeland schlecht machen müssen, weil es nur dann ein schönes Land sei, wenn man noch nichts von der Welt gesehen hätte. Wenn man aber schon überall war, wäre es nicht der Rede wert. Dazu kann ich nur sagen: Ich war schon an vielen Orten dieser Welt und trotzdem beeindruckt mich Neuseeland sehr. Klar gibt es woanders immer größer und schneller und besser, aber wenn man so durchs Leben geht, wird man nicht glücklich. Einfach jeden Tag genießen, den man auf Reisen sein darf.

Wellington

Bei so vielen unglaublichen Landschaften, die wir gesehen haben, kann eine Stadt gar nicht so wunderbar sein. Was immer die Schönheiten dieser Stadt sind, ziehen sie doch den Kürzeren gegen die Pracht der Südinsel. Zunächst einmal haben wir ein viel größeres Mietauto bekommen, bei dem es echt gedauert hat, bis ich mich daran gewöhnt hatte (obwohl wir beide froh über den größeren Kofferraum sind). Wir waren in einem Hotel mit Gemeinschaftsbad (am Anfang dachte Mama, dass das bedeutet, das man mit allen gemeinsam duscht, so wie im Schwimmbad. Das würde sie so von früher kennen) ganz in der Nähe vom Te Papa, dem Nationalmuseum von Neuseeland, das wir uns am nächsten Tag angesehen haben.

Aber zunächst sind wir mit dem roten Cable Car auf den Berg gefahren, auf dem der botanische Garten und das Observatorium ihre Heimat haben. Letzteres war geschlossen, aber der Garten war schön. Hier haben wir zum ersten Mal die Tui mit ihrer lustigen Stimme gesehen (Video bei Napier). In etwa vierzig Minuten kann man den Berg hinunter laufen, aber wir mussten noch am Treehouse halt machen, und haben viel über die Bäume des Gartens gelernt.

Danach sind wir dann ins Museum gegangen, haben uns vor allem die Maori-Ausstellung angesehen, bevor wir in Sweet Mother’s Kitchen essen waren. Wer hätte gedacht, dass man authentisches Cajun Food am Ende der Welt essen kann? Wir hatten das Gumbo und den Cajun Fish und waren im Essenshimmel.

Napier

Eigentlich hatten wir uns vorgestellt, dass wir immer zur Touristeninformation des Ortes fahren würden und dort ein Zimmer buchen würden. Aber weil so viel auf der Südinsel schon ausgebucht war, haben wir immer ein, zwei Tage vorher online gebucht (und selbst das war manchmal knapp). Nach Napier sind wir ohne vorherige Unterkunft gefahren und hatten Glück. Denn wir hatten fast vergessen, dass Ostern ist und daher viel ausgebucht sein würde. Aber wir haben ein süßes B&B buchen können. Die Besitzer waren wirklich lieb und freundlich, aber man musste immer durch ihr Wohnzimmer laufen, wenn man raus wollte, was uns ein klein bisschen unangenehm war.

Wir waren Minigolf spielen (ich habe mit einem Schlag gewonnen, aber Mama hat einmal ein Hole-in-1 geschlagen!), im Aquarium (nachdem ich das tolle Aquarium in San Francisco kenne, war ich von diesem hier nicht ganz so begeistert. Die Becken waren alle ziemlich klein, aber die Fütterung der Pinguine war schön!) und sind zum Cape Kidnapper gefahren. Allerdings haben wir nicht die Australtölpel besucht, weil wir nicht zur richtigen Zeit da waren. Stattdessen haben wir uns gesonnt.

Taupo

Taupo ist einer der touristischsten Orte Neuseelands und wir waren natürlich auch noch am Osterwochendende hier. Normalerweise leben hier etwa 35.000 Menschen, aber an den nationalen Feiertagen sind bis zu 70.000 Menschen in der Stadt. Leider.

Wir waren bei den Huka Falls, die echt eine tolle Farbe haben. Sie gelten als die meistbesuchte Attraktion des Landes, aber ich fand die Wasserfälle auf der Südinsel beeindruckender. Obwohl Rafting hier bestimmt spannend ist. Danach waren wir auf einer Bootsfahrt zu den Wasserfällen und konnten sie noch mal aus einer anderen Perspektive betrachten. Und wir waren bei den Aratiatia Stromschnellen. Diese waren die beeindruckendsten Stromschnellen des Flusses bis ein Damm errichtet wurde. Aber um 10, 12, 14 und 16 Uhr (im Winter nicht um 16 Uhr) wird der Damm geöffnet und man kann die Stromschnellen wieder bewundern.

Am nächsten Tag waren wir erst bei Lava Glass, einer sehr beeindruckenden Glasbläserei, die auch von Chihuly aus Seattle inspiriert werden. Ich war im letzten September in Seattle und es ist schon spektakulär. Dieses Mal sind wir aber nicht nur in der Ausstellung gewesen, sondern auch im Studio und haben gesehen, wie eine Parfümflasche aus buntem Glas hergestellt wird. Auch Mama fand das beeindruckend, obwohl sie das eigentlich schon mal gesehen hat.

Danach waren wir im Thermalgebiet Wairakei und haben uns die Sinterterrassen und das Maoridorf angeschaut. Wir hatten gedacht, dass der Andrang groß sein würde, weswegen wir keine Badesachen mitgenommen hatten, was wir dann aber bereut haben, denn es war nicht voll.

Die Craters of the Moon sind auch noch ein Thermalgebiet, durch das man auf angelegten Holzpfaden laufen kann. Überall kommt Wasserdampf aus dem Boden und es gibt auch einige große Krater. Der Schlammkrater war leider ganz trocken (bei all dem guten Wetter kein Wunder). Richtige Geysire gab es allerdings nicht, auch, wenn man es brodeln gehört hat.

Morgen fahren wir noch mit einem Piratenschiff zu den Maori-Felsritzungen, bevor es nach Rotorua geht. Dort werden wir uns die Nase zuhalten müssen, denn es soll überall nach Schwefel riechen.

Fotos und Videos gibt es hier.