Auenland trifft Inkareich

26. Januar 2017

Email vom 4.3.2009:

Mit der Kanadierin, die ich in El Salvador getroffen hatte, und die nach Südamerika kam, habe ich mich in Quito getroffen. Sie war schon einen Tag da, als ich ankam, daher hatte sie schon Familienanschluss, die wir an jedem Ort in Ecuador erneut getroffen haben. Die drei Engländerinnen waren auch super nett. Gemeinsam haben wir uns Old Quito angeschaut. Echt nett. Dann sind wir mit dem TeleferiQo auf den Vulkan gefahren. 4100 Meter hoch. Da kommt man schnell außer Atem. Aber wir hatten Glück mit der Aussicht, kurz darauf zog es zu.

Nach Quito ging es nach Tena. Rafting Hauptstadt von Ecuador. Natürlich musste ich auch hier meinen neuen Lieblingssport ausprobieren. Es war total toll! Dieses Mal waren es fünf Stunden und wir mussten einen Höllen-Weg zum Wasser zurücklegen. Das war so anstrengend! Und es war matschig! Schaut euch nur das Foto an. Man sieht nicht einmal mehr, welche Farbe meine Chucks haben! Wer es weiß, gewinnt 😉 Jedenfalls musste ich die Hälfte der Zeit auf dem Hintern rutschen, weil meine Beine nicht lang genug waren, um die Stufen (Matsch und Steine) anders runterzukommen. Gott sei Dank wird  man beim Rafting nass. Und sauber.

Der erste Teil war sehr gefährlich. Kleine Stromschnellen, aber überall jede Menge Steine, die ein Umkippen verursachen können und dann durch die Stein-Stromschnellen zu schwimmen!! Aber wir sind nicht umgekippt. Allerdings ist Alex, unser Guide, aus dem Boot gefallen. Dann wären wir fast an einem Stein umgeschlagen und Alex schrie nur noch: Left over!! Und damit meinte er kein Resteessen. Naja, das waren wohl die schrecklichsten Minuten meines Rafting-Lebens. Ohne Guide im Boot mit zwei anderen Mädels, die auch keine Ahnung haben.

Nach dem Mittagessen (ich liebe Ananas) ging es in den großen Fluss. Riesige Stromschnellen, keine Steine. Oder nur wenige. So mag ich es! Mann, war das ein Spass. Nur leider war Alex böse mit uns und hat uns bei jeder Gelegenheit ins Wasser geworfen. Aber dann ist er noch ein zweites Mal aus dem Boot gefallen! HAhahaahah! Er behauptet, dass wäre das erste Mal seit fünf Jahren gewesen. Na, wer es glaubt. Jedenfalls sind wir durch eine Schnelle geschwommen, super toll. Ich hab bestimmt 100 Liter geschluckt. Dann sind wir von einem Felsen gesprungen und haben unter einem Wasserfall geduscht. Hab ich schon erwähnt, dass ich Rafting liebe? Vom reinen Rafting-Aspekt war es nicht so cool wie in San Gil, aber wir haben lustigere Sachen gemacht und waren öfter im Wasser.

Dann waren Steph und ich im Dschungel. Am ersten Tag sind wir mit unserem Guide, Alex (aber ein anderer), zum Aussischtspunkt gelaufen. Er hat uns von all den Pflanzen erzählt, die da so wuchern und wollte uns Zitronenameisen andrehen. Ich wollte dann aber doch keine. Kaum waren wir in unserer Dschungel-Lodge, trafen wir auch schon auf Clarissa. Das ist eine Spinne. Eine riesige. Eine furchtbar riesige Riesen-Tarantel (siehe Foto). Sie saß ganz fein an der Decke vor unserer Zimmertür. Alex behauptete das wäre seine Freundin. Naja,  wenn ihr mich fragt, hat all das Pilze essen Nachwirkungen.

Nachmittags haben wir geschlafen, weil wir so kaputt waren von den fünf Stunden Rafting und dem Dschungel-Walk.

Als wir nach dem Abendessen und ein paar Stunden in der Bar mit Mojitos zurück zu unserem Zimmer kamen, observierten wir alles ganz genau. Wir wollten schließlich sehen, wo Clarissa ist. Draußen war sie nicht. Konnte sie auch nicht, denn jetzt war sie im Zimmer. Also, noch mal: Eine Tarantel, größer als meine Hand, saß in dem Zimmer, in dem ich schlafen sollte! Keine Chance, Clarissa! Wir haben also die einzige Person geholt, die noch wach war. Im Dschungel geht man anscheinend früh ins Bett. Wir sagten ihm, dass wir eine große Spinne in unserem Zimmer hätten. Genervt stand er aus seiner Hängematte auf. Man konnte genau sehen, wie er dachte: Was so Gringas als große Spinne bezeichnen … Dann betrat er unser Zimmer und sagte als erstes: Oh, my god! Sehr beruhigend. Er hatte auch nicht viel Erfahrung im Spinnenfangen. Das sah ich gleich mit Experten-Blick. Irgendwie gelang es ihm aber doch, Clarissa in unseren Mülleimer zu stopfen. Steph hat ihn übrigens fotografiert und dabei so geblendet, dass er fast umgefallen wäre. Das war echt hilfreich und sie hat es dann unterlassen. Jedenfalls musste Clarissa in unserem Mülleimer (weit weg von unserem Zimmer) die ganze Nacht und den Vormittag des folgenden Tages verbringen.

Am nächsten Vormittag ging es zu einer indigenen Community. Angeblich sollte der Weg einfach (sicher!) und etwa 90 Minuten lang sein. Stattdessen waren wir sechs Stunden im Matsch unterwegs. Es hat geregnet, meine Regenjacke war undicht und in meinem Gummistiefel ein Loch. Ich fand den Ausflug echt toll. Aber es ist schon cool durch den Dschungel zu laufen, nicht zu wissen, welche Spinnen und Insekten einem gerade über den Kopf krabbeln und dann von Alex eine Dschungel-Banane zu bekommen, die übrigens lecker geschmeckt hat! Und dann, nach fast sechs Stunden hin und zurück, mussten wir auch noch die 56789876236 Stufen zur Lodge rauf klettern. Ich war so fertig mit der Welt, dass ich nicht mal protestiert hätte, wenn Alex mir Clarissa auf den Arm gesetzt hätte. Gott sei Dank, war ich aber nicht da, als er Steph überreden wollte …

Da bald Karneval war, mussten wir uns einen Ort zum Verweilen suchen. Baños. Das heisst Bad. Allerdings war das wohl nicht der beste Ort, denn es war langweilig. Das einzige, was wir gemacht haben, war die heißen Quellen zu besuchen (Haarsuppe!!!) und den Wasserfall. Leider habe ich von letzterem keine Fotos, da meine Kamera batterielos war und Steph ihre Bilder noch nicht bei Facebook hochgeladen hat. Und ich sie daher noch nicht klauen konnte. Karneval in Ecuador ist auch nichts wahres, sag ich euch. Man wird nur den ganzen Tag mit Schaum besprüht.

Als wir nach vier langen Tagen endlich weg waren, ging es nach Latacunga. Von dort fuhren wir nach Saquisili, um den Indianermarkt zu besuchen. Ich hab mir einen Indianer Jones-Hut gekauft. Jetzt sehe ich aus wie, drei Mal dürft ihr raten, Indiana Jones. Jedenfalls gibt es in Ecuador ein super Essen: Käse-und-Kartoffel-Pfannkuchen! Ach, ist das lecker. Ansonsten kann man noch Meerschweinchen oder Dschungel-Ratte probieren. Nur zu eurer Information: Hab ich nicht.

Dann ging es zur Quilotoa Laguna. Da sah es aus wie im Auenland! Ganz ehrlich, ich glaube, dass Peter Jackson von dort seine Inspiration hatte. Denn die Hütten hier sind ebenso aus dem Boden gewachsen, wie im Auenland. Nicht mit Gras bewachsen, aber doch ganz ähnlich. Der See war echt schön! Aber furchtbar kalt. Ich habs nicht ausprobiert, es wurde mit gesagt. Stattdessen habe ich mir einen roten Alpaka-Schal gekauft, der super weich ist.

Zurück sind wir auf der Ladeflaeche eines Pick-Ups gefahren. Das sollte bis Zumbahua 5 Dollar kosten. Dann fuhr uns der Bus vor der Nase davon und der Pick-Up-Fahrer bot uns an, uns nach Latacunga fuer 15 Dollar zu bringen.  Da wir keine andere Wahl hatten, haben wir das Angebot angenommen.

Am nächsten Tag sollten/wollten/mussten wir uns trennen. Steph will auf die Galapagos-Inseln und ich nicht. Also eigentlich schon, aber ich will keine 1200 Dollar für 6 Tage bezahlen. Für das Geld kann ich zwei Monate in Peru bleiben! Nein, nein, so lange bleib ich gar nicht mehr.

Ich bin also alleine nach Cuenca gefahren und bin auf die ersten Inka-Ruinen meiner Reise gestoßen. Sie waren doch recht mickrig, aber sie sind Ecuadors bedeutendste Inka-Ruinen. Ansonsten ist gestern abend im Hotel Sony Entertainment Television ausgefallen und ich konnte nicht die neusten Folgen Greys Anatomy und Private Practice schauen. Stattdessen habe ich Super süß und super sexy auf Spanisch geschaut und bin eingeschlafen.

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