Auf sozialistischen Pfaden

27. Januar 2017

Nach zwei Monaten in Südostasien bin ich nach Ho-Chi-Minh-City (eigentlich sagen immer noch alle Saigon) gereist, um meine Mama am Flughafen abzuholen, und die letzten vier Wochen noch gemeinsam durch Vietnam zu reisen. Ich kam mit dem Bus an und wurde direkt erstmal das Opfer von einem Taxi-Scam. Für nicht mal drei Kilometer sollte ich umgerechnet 30 € bezahlen. Einmal und nie wieder.

Wir blieben noch eine Nacht vor Ort und haben den besten Knoblauchfisch gegessen, den es gibt.

Hanoi

Am nächsten Tag flogen wir nach Hanoi. Diese Stadt ist riesengroß, aber sie wirkt im Kern wie ein altes Dorf. Plus Mopeds und Vespas, mit denen ALLES transportiert wird. Das Gewusel ist manchmal so groß, dass wir ein paar Minuten brauchten, um eine Straße zu überqueren.

Unser Hotel war wunderschön, die Lage war toll, und beinahe jeden Abend aßen wir Pho in dem kleinen Restaurant an der Ecke. Ich muss sagen, dass ich nach diesem Urlaub zu den Anonymen Pho-Süchtigen gehen musste, denn zu Hause gibt es kein Restaurant, das sie so gut macht, wie hier.

Wir haben Touren in umliegende Tempel gemacht, haben das Revolutionsmuseum angesehen und das Mausoleum von Ho Chi Minh besucht, wo uns ein Securityman angeschrien hat, weil wir die gelbe Linie nicht beachtet habe. Das ist auch ein undankbarer Job, finde ich.

Für mich am beeindruckendsten war das Hoa-Lo-Gefängnis, auch Hanoi Hilton genannt, in dem amerikanische Kriegsgefangene während des Vietnamkrieges interniert waren, unter anderem auch der republikanische Senator John McCain. Sie hatten eine interessante Ausstellung, die natürlich durch Ideologie gefärbt ist, aber trotzdem sehenswert ist.

Halongbucht

Von Hanoi ging es für drei Tage in die Halongbucht. Das besondere sind die Kalkfelsen, die hier in teilweise eigentümlich Kreationen aus dem Meer ragen. Nach offiziellen Angaben sollen es 1969 sein. Wir hatten leider ein wenig Pech mit dem Wetter, den erst am letzten Tag zeigte sich dieser Ort in all seiner atemberaubenden Schönheit.

Wir waren auf einer Austernfarm, in einer Stalaktiten-Höhle, sind durch die Gegend gerudert und haben gelernt, wie man vietnamesische Frühlingsrollen macht. Auf Yoga im Nieselregen hatten wir keine Lust. Am letzten Tag schien die Sonne und man hatte endlich mal ein wenig weitere Sicht.

Hoi An

Nach der relativen Kälte des Nordens (Jacke musste man im Februar schon anziehen), sind wir nach Hoi An geflogen (bzw. zum Flughafen in Da Nang). Zuerst haben wir in einem Hotel geschlafen, das zwischen dem Stadtkern und dem Strand gelegen war. Das war ungünstig, denn so mussten wir immer den Shuttleservice in Anspruch nehmen, wenn wir an einen der beiden Orte wollten.

Hoi An ist eine zauberhafte kleine Stadt, die ein bisschen wie eine Hippiekommune anmutet. Überall gibt es etwas zu entdecken und ganz besonders hübsch ist es abends, wenn die Laternen an sind. Es ist die Mischung aus alt und neu, aus modern und traditionell, die diesen Charme versprüht.

Der Strand ist nicht zu empfehlen, da ihn sich das Meer stückchenweise zurückholt. Man versucht mit Sandsäcken dagegen zu wirken, aber das ist einfach nicht mehr schön.

Nach dem wir in Hué waren, wollten wir eigentlich in den Süden fliegen, aber durch das vietnamesische Neujahrsfest haben wir einfach keinen Flug mehr bekommen, weswegen wir beschlossen haben, doch wieder nach Hoi An zurückzufahren. Dieses Mal in ein Hotel am Strand, das teurer war, aber qualitativ nicht so gut. Durch die Flure waberte leider ständig der Geruch nach Schädlingsbekämpfung.

Aber die Sonne hat geschienen, wir hatten das Meer vor der Haustür, da sind wir genügsam.

Hué

Hué ist die alte Kaiserstadt und das Palastgelände kann besucht werden. Es ist weitläufig und hat einige schöne Gebäude, die einen Einblick in das frühere Leben geben. Die reichverzierten Häuser zeugen von der Liebe zum Detail, dem Reichtum und dem Status der ehemaligen Kaiserreichs.

Auf einem Tagestrip sind wir zu verschiedenen Tempelanlagen und Stupa gefahren. Letztere werden noch genutzt und sind dementsprechend gut erhalten.

Nach den letzten Tagen in Hoi An sind wir zurück nach Saigon geflogen und nach einem kurzen Aufenthalt dann zurück nach Düsseldorf geflogen. So schnell gehen drei Monate vorbei.

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