Im Land des höchsten Alles

26. Januar 2017

Von Puno aus ging es nach La Paz, der höchstgelegene Hauptstadt der Welt. Und somit sind wir nun im Land des höchsten Alles. Bolivien liegt so hoch (von den Spaniern wurde es als Peru Alto, also hohes Peru, bezeichnet), dass die höchste Stadt, der höchste See, die höchste Hauptstadt, der höchste See mit Leben innen drin und was weiß ich nicht alles, hier sind. La Paz ist auf 3800 Meter, glaube ich.

In La Paz habe ich vier Deutsche kennengelernt, die mir am Anfang ganz sympathisch waren, was sich aber dann doch geändert hat. Zwei von denen waren so furchtbar geizig, dass sie sich um 4 Bolivianos mit einem Taxifahrer gestritten haben. Das sind 40 Cent. Geteilt durch 5 Personen sind es 8 Cent. Ich hab den Sinn nicht verstanden. Bianka war ganz nett, aber sie musste schon am Sonntag ihren Flug nehmen. Micha beschloss mich zu begleiten anstatt Spanischunterricht zu nehmen. Anfangs fand ich die Idee gut, aber 23-jährige Jungs haben doch nicht
alle Tassen im Schrank. In La Paz waren wir auf zwei Aussischtspunkten, die einen tollen Blick über die Stadt lieferten, aber viel mehr kann man dort auch nicht machen.

Danach sind also Micha und ich nach Uyuni gefahren und haben eine Tour zum Salar gebucht. Den ersten Tag verbrachten wir in der Salzwüste. Der Salar de Uyuni ist der größte Salzsee der Welt und hat die Größe von Halb-Belgien. In der Trockenzeit ist er blendend weiss und wird als Salzwüste bezeichnet. Wir hatten schon Glück, obwohl offiziell noch Regenzeit ist. Es war einfach unbeschreiblich schön und wir hatten tolles Wetter. Strahlend blauer Himmel, kaum Wolken und nur kilometerweit weiß vor uns.

Ich fand es total unwirklich, aber super toll.

Die Nacht haben wir im Salzhotel verbracht. Alles, Betten, Stühle, Tische, waren aus Salz gefertigt. Ein verrückter Anblick.

Am nächsten Morgen ging es zu verschiedenen Lagunen, die Flamingos beherbergen. Es gibt hier drei Arten: James‘ Flamingos, chilenische und Anden Flamingos. Wusstet ihr, dass Flamingos eigentlich weiss und schwarz sind und nur deshalb rosa werden, weil sie eine bestimmte Rotalge fressen, die in den Seen der Anden vorhanden sind?

Dacht ich mir. 😉

Den Abschluss des Tages bildete die rote Lagune, die voll von diesen Algen ist und 50.000 Flamingos beherbergt. Der See ist rot, weil in ihm keine anderen Mineralien vorkommen, sondern nur die Algen. Die anderen Seen haben auch die Algen, aber weil sie Mineralien wie etwa Schwefel haben, verfärben sie sich nicht rot. Flamingos sind echt schöne Viecher und sie so nah zu sehen! Mann, das war aufregend! Ich hatte mich schon die ganze Zeit drauf gefreut!

Am nächsten Morgen mussten wir um 5 Uhr aufstehen, um die Geysire im Morgengrauen zu sehen. Nur dann ist die Differenz zwischen Luft- und Erdtemperatur am höchsten und nur dann kann man die Geysire so perfekt sehen. Auch wenn ich zuvor schon Geysire gesehen hatte, war es doch wieder ein schönes Erlebnis. Von hier aus ging es zu den heißen Quellen, in denen man baden konnte (hab ich nicht gemacht. Ich wollte mich nicht bei minus 5 Grad ausziehen) und zur grünen und weißen Lagune. Dann ging es zurück nach Uyuni mit weiteren kleinen Stopps, die alle nicht so interessant waren, fand ich.

Jetzt bin ich in Tupiza. Morgen fahre ich nach Potosi, wo ich eine Minentour machen will/wollte. Ich bin nur so erkältet, dass ich nicht weiß, ob ich in den ungesicherten Schächten der Silbermine in der höchsten Stadt der Welt rumkraxeln sollte. Aber das entscheide ich am Montag. Danach fahre ich zu Che Guevaras Todesort, wenn es nicht 1000 Stunden wandern beinhaltet. Mal schauen.

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