Im Reich der Inka

26. Januar 2017

Email nach Hause mit dem Titel: Ollantaytambo, Puka Pukara, Machu Picchu und andere Orte mit lustigen Namen vom 16.3.2009

Jetzt bin ich tief drin im Inkareich und bin ein wahrer Experte. Zu fast jeder Ruine (na gut, einige, nicht alle) bin ich hochgekraxelt und muss sagen, die spinnen die Inka! Warum können sie nicht einmal eine Ruine auf flachem Grund bauen? Warum müssen es immer die höchsten Hügel und Berge sein? Und warum muss ich auf jeden drauf?

Zunächst einmal bin ich mit dem Bus nach Peru gekommen. Es gab keinerlei Schwierigkeiten an der Grenze, zur Abwechslung einmal. Aber eine halbe Stunde nach der Grenze ist der Reifen geplatzt. Eine Stunden haben die Herren der Schöpfung gebraucht, um den Reifen zu wechseln und dann hat uns der Bus nur bis zur nächsten Stadt gebracht. Dort mussten wir in Autos umsteigen, die uns bis Piura bringen sollten. Da ich nur mit einem anderen Touristen im Auto war, dachte sich der Fahrer wohl, ach, ich spar ’ne Mark und hat uns in Sollana rausgeschmissen, wir sollten mit dem Bus weiter.

In Piura angekommen, sagte ich dem Taxifahrer, dass ich zur Hospedaje San Carlos will und er brachte mich zum Hotel San Jorge, was sich ähnlich anhört, ich gebe es zu. Jedenfalls wollte er dann auch noch Geld, aber nicht mit mir. Der Kanadier hat bezahlt 😉

Am nächsten Tag bin ich dann nach Trujillo gefahren. In dieser Region haben die Chimu und die Moche ihre Spuren hinterlassen. Der grösste präkolumbianische Komplex ist Chan Chan, neun Paläste und jede Menge Quadratkilometer Fläche. Nur einen kann man besuchen, aber der ist riesig. Die Chimu haben zwölf Meter hohe Steinmauern hinterlassen, die auch 600 bis 700 Jahre später noch stehen.

700 Jahre früher haben die Moche die Huacas del Sol y Luna hinterlassen. Religiöse Tempel. Sol ist nur noch ein Sand- und Steinhaufen, aber in die Räume vom Mondtempel kann man immer noch rein. Im ganzen Stadtgebiet von Trujillo gibt es Tempel, und immer mehr werden ausgegraben. Die ganze Stadt scheint auf den Überresten der Chimu und Moche gebaut zu sein.

Von Trujillo ging es nach Huaraz und es war wieder furchtbar kalt. Die Cordillera Blanca hat die höchsten Berge in ganz Peru. Es gibt 663 Gletscher und 12 (oder so) Gipfel über 6000 Meter, damit ist diese Region diejenige mit den höchsten und meisten Gipfeln nach dem Himalaya, aber das habt ihr euch wohl schon gedacht. Der höchste Berg von Peru heißt Huascaran und ist 6753 Meter hoch. Von der Laguna Llanganuco aus kann man den schneebedeckten Gipfel bewundern. Und die Lagune selbst mit ihrem türkisen Wasser. Echt schön.

Auch hier gibt es Ruinen in der Nähe von Chavin. Das Chavin-Volk ist die älteste Kultur, die Gebäude in Südamerika hinterlassen hat. 3000 Jahre stehen sie schon und man kann immer noch in die Galerien hineingehen und durch die Labyrinthe gehen. Auf dem Weg hin ist der Reifen vom Bus geplatzt.

Mit dem Nachtbus ging es nach Lima und ich gebe es zu, ich war im Kino, drei Mal an einem Tag. Und ich schäme mich gar nicht! Es hat auch nur 6,50 Sol gekostet, was 1,50 Euro sind. Da kann man den Exzess schon mal verantworten. Ich habe gesehen: Che, der Argentinier, Walküre und Vicky Cristina Barcelona.

Am nächsten Tag bin ich 18 bis 25 Stunden nach Cuzco gefahren. Geplant waren 18 Stunden, aber der Bus – ja, sagt es mit mir zusammen – ist kaputt gegangen und somit mussten wir auf einen anderen Bus warten, und insgesamt hat die Fahrt dann 25 Stunden gedauert.

Aber Cuzco ist toll! Also nicht die Stadt selbst, sondern die Tatsache, dass die Inka hier gehaust haben und überall Ruinen zu finden sind. Zunächst habe ich die City-Tour gemacht, die zu Qorikancha, Saqsaywaman, Puka Pukara und Tambomachay geführt hat. Die Mauern von Qorikancha dienen heute als Mauern eines katholischen Klosters, das auf den Zug aufgesprungen ist und auch Tickets verkauft.

Saqsaywaman (wird ausgesprochen wie sexy woman – kein Witz) ist eine riesige Anlage, die mit teilweise 70 Tonnen schweren Steinen gebaut wurde. Von hier hat man den schönsten Blick über Cuzco. Die Inka haben die Stadt in der Form eines Jaguars geplant und Saqsaywaman ist der Kopf.

Die anderen Orte waren nicht so interessant, im Vergleich.

Am nächsten Tag ging es dann ins heilige Tal der Inka. Ach, ich hab noch was vergessen: Mir saß ein Schmetterling auf der Nase und ich habe ein Baby-Alpaka gestreichelt. So was weiches habt ihr noch nie angefasst, ich sag es euch.

Zuerst waren wir auf dem Markt von Pisac und dann bei den Ruinen. Der Aufstieg dauerte knapp eine Stunde und drei Coca-Bonbons. Die helfen gegen Hoehenkrankheit, weil die Inka ja meinten, dass ihre Häuser durchaus in 3500 bis 4000 Meter Höhe stehen sollten.

Pisac war echt interessant. Der Aufstieg hat sich gelohnt und meine Mango-Boots auch. Sonst hätte ich mir mal wieder die Beine gebrochen.

Danach ging es nach Ollantaytambo, einer weiteren Ruine, die eine Million Stufen hatte. Natürlich bin ich bis nach oben geklettert und konnte dann eine Stunde nicht mehr reden. Aber vielleicht ist das gar nicht so schlimm … Ich habe eine Amerikanerin getroffen, die mir sagte, dass Deutschland und besonders NRW ihr liebstes Land ist. Und das, wo sie gerade im Inkareich war! Manche Leute sind schon verrückt.

Von hier bin ich mit dem Zug nach Aguas Caliente gefahren und habe eine Nacht hier geschlafen. Am nächsten Morgen um 4.45 Uhr bin ich aufgestanden, um den ersten Bus nach Machu Picchu zu nehmen. Leute, es ist traumhaft!!! Das ist ein wahres Highlight meiner Reise und ich bin echt froh, dass ich die 5 Millionen Treppen überstanden habe und nicht in irgendeinen Abgrund geflogen bin. Aber die Aussicht und die Gebaeude und einfach alles.

Die Inka hörten von den Spaniern, die überall alles zerstören und daher haben sie den Inka-Pfad zerstört. Die Spanier haben die verlorene Stadt nie gefunden und daher ist alles gut erhalten. Erst 1911 wurde Machu Picchu (was alter Berg heißt) entdeckt. Ein achtjähriger Junge brachte einen Yale-Professor dort hin. Auf dem Gebiet lebten zwei Familien, die das Geheimnis der Ruinen hüteten. Es gab hier nämlich Gold und sie wollten nicht, dass jemand anderes es fand. Immer wieder haben sie ein wenig Gold in Cuzco verkauft und hatten ein schönes Leben.

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