Westaustralischer Roadtrip Teil 1

7. Juni 2018

Beneath a scarlet sky von Mark Sullivan

viel zu oft Despacito, als das ich es zugeben könnte

Walhaie, Mantas und Schildkröten!

Nach meinem kleinen Abstecher in die Mitte des Landes bin ich nach Perth geflogen, der einzigen großen Stadt in Westaustralien. Lange bin ich dort nicht geblieben. Stattdessen habe ich den Shuttle nach Fremantle genommen, einer kleinen Stadt, die so nah an Perth ist, das man schon von einem Vorort sprechen könnte, was wir aber nicht tun.

Über Fremantle selbst kann ich gar nicht so viel sagen, da ich nur durch die Stadt gewandert bin, verschiedene Cafés besucht und geschrieben habe. Und dann hat es auch noch drei Tage lang geregnet, weswegen ich noch weniger gemacht habe.

Rottnest Island

Das einzige, was ich wirklich gemacht habe, ist eine Tour nach Rottnest Island. Diese Insel liegt etwa eine dreiviertel Stunde von Fremantle entfernt und ist für mehrere Dinge bekannt – und das für so eine kleine Insel!

Punkt 1: Rottnest Island liegt in einem Warmwasserstrom, weswegen es hier Korallen gibt, die es normalerweise so weit südlich nicht gibt, weil das Wasser zu kalt ist. Es gibt viele tolle Schorchelstellen über die ganze Insel verteilt, auch einen Schnorcheltrail und das Wasser ist überall so traumhaft, das man sich direkt ins Vergnügen stürzen möchte. Ich war hier nicht schnorcheln. Ich wollte noch einmal wiederkommen, um das zu tun, aber dann hat mir das Wetter leider einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Punkt 2: Die Quokkas. Diese kleinen Verwandten des Kängurus sind nicht nur die heimlichen Stars der Insel, sondern im Grunde auch die einzigen Bewohner. Es gibt kaum (oder gar keine?) Menschen, die hier hauptsächlich wohnen. Es gibt Touristenbetten und die Firmen, die hier ihren Sitz haben, haben Saisonwohnungen für Mitarbeiter, aber die wohnen nicht das ganze Jahr hier. Also bleiben nur die Quokkas. Wenn sie sich auf ihre Hinterbeine stellen, kann man das Lächeln sehen, das sie im Gesicht haben.

GANZ WICHTIG: Nicht anfassen und nicht füttern. Ich habe leider viel zu viele Leute gesehen, die sich nicht dran gehalten haben. Es ist nur einmal an der Info ein Schild aufgestellt, dass man das nicht darf und das Zuwiderhandlung eine Strafe von 150AUSD nach sich zieht. Das ist ganz eindeutig zu wenig. Die Quokkas sind auch so süß und zutraulich, dass man sie anfassen will. Aber es tut ihnen nicht gut und uns auch nicht, denn sie können Krankheiten wie Salmonellen übertragen.

Eine beliebte „Sportart“ ist das Quokka-Selfie. Meinen kläglichen Versuch seht ihr hier. Die eigentliche Aufgabe ist es, eines dieser süßen Tierchen mit sich selbst auf ein Selfie zu bekommen, ohne es anzufassen und ohne es anzufüttern. Gar nicht so leicht. Wobei ich glaube, das einige auch einfach schummeln und füttern.

Punkt 3: Auf der Insel gibt es keine Autos. Okay, das ist gelogen. Es gibt Fahrzeuge, wie etwa den Touristenbus und Fahrzeuge der Inselverwaltung etc., aber es sind keine Privatfahrzeuge erlaubt. Über die Insel bewegt man sich mit dem Fahrrad, mit dem Hop on/Hop off-Bus oder mit einer geführten Inseltour. Ich hab letzteres gemacht, würde aber den Hop on-Bus empfehlen, weil man da tatsächlich an den Orten aussteigen kann und nicht nur dran vorbei fährt.

Auf jeden Fall war das ein ganz wunderbarer Tag, der mit zu meinen Highlights gehört. Nicht nur, weil das Wetter so toll war.

Pinnacles Desert

Und dann ging der Roadtrip richtig los. Mit dem Mietwagen (das dritte Mal hintereinander habe ich ein Upgrade bekommen, weswegen meine Autos immer größer und größer werden) will ich von Perth nach Exmouth fahren und wieder zurück. Eine Strecke ist etwas weniger als 1300km lang. Die Hälfte der Dinge, die ich sehen will, mache ich auf der Hinfahrt und die andere Hälfte auf der Rückfahrt. Das war zumindest der Plan. Da aber schlechtes Wetter für die Region Exmouth angekündigt war, bin ich schneller nach Norden gefahren und schaue mir dann alles andere auf der Rückfahrt an.

Mein erster Stopp war die Pinnacles Desert in der Nähe von Cervantes. In diesem Nationalpark stehen jede Menge Pinnacles, Kalksteinsäulen in unterschiedlichen Größen und Formen. Sie bestehen aus zusammengepressten Muschelschalen und haben teilweise sehr bizarre Formen. Manche sind ganz klein, andere wiederum viel höher als ich. Man kann entweder zu Fuß gehen oder mit dem Auto den Rundweg fahren. Ich hab beides gemacht – und dabei noch mit Mama gefacetimed. Multitasking.

Jurien Bay

Eigentlich soll man in Jurien Bay super Schnorcheln können. Es ist an einem alten Steg auch ein Schnorcheltrail angelegt, aber das Wetter war leider nicht so toll, weswegen mich keine zehn Pferde ins Wasser bekommen hätten.

Geraldton

Hier habe ich übernachtet. Das Motel war ganz okay, aber sonst kann ich nicht viel zu diesem Ort sagen. Ich bin ziemlich spät angekommen, gerade eben noch im Hellen (im Dunkeln kommen die ganzen nachtaktiven Kängurus raus und es kommt vermehrt zu Unfällen. Überall an den Straßen sieht man die toten Tiere liegen. Daher versuche ich, nie im Dunkeln zu fahren, wenn es sich vermeiden lässt) und dann ziemlich früh wieder weiter gefahren.

Pink Lake

Am nächsten Tag bin ich noch einmal eine lange Strecke gefahren und habe noch einen Abstecher zum Pink Lake gemacht, was eigentlich vollkommen unsinnig war, weil ich auf der Rückfahrtstrecke sowieso dran vorbei gekommen wäre, aber ich wollte es eben so, daher habe ich es gemacht. Der Himmel war leider ziemlich blau. Warum leider? Das Blau des Himmels hat sich in der glatten Oberfläche des Pink Lakes gespiegelt und das Pink hatte kaum eine Chance. Aber ich habe ja auf dem Rückweg noch einmal die Gelegenheit und hoffe auf bewölkten Himmel. Das habe ich mir tatsächlich noch nie gewünscht, aber gut. Einmal ist immer das erste Mal.

Carnarvon

Hier habe ich die zweite Nacht geschlafen. Da ich am frühen Nachmittag angekommen bin, wollte ich die einzige Attraktion der Stadt ansehen, den One-Mile-Jetty, einen Steg, der über Marschland circa eine Meile verläuft bis zum Wasser. Es fährt sogar eine kleine Bahn hier lang. Leider ist der Steg bis auf weiteres geschlossen. Direkt neben an gibt es noch den Mangrove Walk, einen kurzen Steg quer durch die Marsch mit ihren Mangroven. Dieser Weg ist nur etwa dreißig Meter lang, soll aber ausgebaut werden, bis er am Jetty endet. Vielleicht ist er dann irgendwann wieder geöffnet.

Exmouth

Die letzte Etappe bin ich durch gefahren, weil ich so früh wie möglich in Exmouth ankommen wollte, um noch für den kommenden Tag eine Walhai-Tour zu buchen. Ab Donnerstag sollte es nämlich eigentlich gewittern, daher war Mittwoch die bessere Wahl.

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