Westaustralischer Roadtrip, Teil 2

19. Juni 2018

Silent – Der Jäger von Catalina Cudd

The Raven Boys von Maggie Stiefvater

Die Wunder der Unterwasserwelt

Direkt nach dem Schnorcheln mit den Mantarochen bin ich dann weitergefahren. Zunächst habe ich wieder in Carnarvon übernachtet, bevor es dann nach Shark Bay ging. Leider war das Wetter auf dem Hinweg nicht so toll. Auch am nächsten Tag nicht, weswegen es alles ein wenig bedrückend war. In einem Ort, der vom Wasser lebt, gibt es an Regentagen nicht so viel zu tun.

Shell Beach

Trotz Nieselregens habe ich einen kurzen Abstecher zum Shell Beach gemacht. Der Strand besteht aus Millionen von kleinen Herzmuscheln, die hier angespült werden. Wenn die Sonne scheint ist es so gleißend hell, dass man nur mit Sonnenbrille überlebt – wurde mir gesagt. Ich persönlich kann das nicht bestätigen. Dass Wasser hier ist doppelt so salzig wie der Ozean, weil zwar Wasser in die Bay fließt, aber nur wenig hinausfließt, und es kaum regnet.

Außerdem hat das Wasser diese krasse türkise Farbe, die einen dazu verführt, sofort reinzuspringen. Wenn das Wetter gut ist. Daher konnte ich mich doch noch zurückhalten.

Denham

Shark Bay ist ein Weltnaturerbe der UNESCO, und als eine der wenigen Stätten der Welt erfüllt sie alle vier Kriterien: überragende Naturerscheinung, Hauptstufen der Erdentwicklung, in Gang befindliche Evolution und bedeutende Lebensräume für die Artenvielfalt. Für die Shark Bay bedeutet das: die Stromatoliten in Hamelin, die riesiegen Seegrasfelder, die die größten der Welt sind, die Heimat für fünf bedrohte Meerestierarten und 10.000 Seekühe, ein Zehntel der gesamten Weltpopulation. Dementsprechend gibt es auch nur wenige Orte hier, der „größte“ ist Denham mit den meisten Unterkünften. Aber groß und groß sind zwei ganz verschiedene Dinge.

Wenn es regnet, kann man hier nicht so besonders viel machen, da eigentlich alles unter freiem Himmel ist. Allerdings kann man in den Ocean Park, etwa zehn Kilometer südlich von Denham fahren. Hier gibt es mehrere Becken, in denen verschiedenen Meeresbewohner der Region leben. Manche der Becken waren sehr klein und ich war darüber nicht sehr glücklich, andere Becken waren richtig groß und haben mich ein wenig versöhnt. Am interessantesten ist wohl die Haifütterung. Hier gibt es mehrere Zitronenhaie (ja, der Name hat mich auch gewundert!), die größte heißt Linda (glaube ich). Mit einer Art Angel, an der ein Fisch hängt, werden sie gefüttert. In dem Becken sind auch noch andere Fisch, aber da sie gesund und zu schnell sind, fressen die Haie sie nicht.

Und dann gibt es hier noch das Old Pearlers Restaurant. Das Gebäude ist das meistfotografierte des ganzen Ortes, weil es aus Coquina besteht, gepressten Muscheln aus Shells Beach. Diese werden so fest, dass sie zu Stein werden und geschnitten werden können. Das ganze Haus besteht aus diesen Blöcken und ist wohl das einzige Restaurant weltweit, das nur aus Coquina besteht (hauptsächlich zumindest, denn Türrahmen und Fenster bestehen aus Holz). Außerdem ist es das westlichste Restaurant in Australien. Westlicher ist dann Südafrika.

Monkey Mia

Zweimal war ich in Monkey Mia, denn am ersten Morgen sind die Delfine einfach nicht aufgetaucht. Es soll nur vier Tage jährlich geben, an denen sie nicht kommen, das war echt Pech. Was aber wohl mit dem schlechten Wetter zusammen hing.

Jedenfalls hatte ich dann am nächsten Tag Glück. Vorab war ich mir nicht sicher, ob ich das überhaupt mögen würde. Delfine sehen ist immer toll, aber wenn das ganze so megatouristisch ist, frage ich mich immer, wie gut das für die Delfine eigentlich sein kann. Vor Ort muss ich aber sagen, dass es weniger schlimm war, als ich befürchtet hatte (klar, es waren jede Menge Touristen da). Die Delfine kommen schon seit Jahrzehnten an diesen Strand, und durch die Ranger und die ganzen Regeln werden die Tiere tatsächlich geschützt. Sonst würde wahrscheinlich jeder ins Wasser springen und versuchen, die Tiere anzufassen. Zugegeben: Sehr verlockend!

Man darf mit den Füßen im Wasser stehen in einer Reihe, während die Delfine (je nach Tag mal einer, mal zehn) durch die Bucht schwimmen. Mal kommen sie ganz nah, mal sind sie weiter weg, wie sie das eben machen wollen. Da kann – Gott sei Dank! – kein Einfluss drauf genommen werden. Ob das Füttern wirklich sein muss, wage ich zu bezweifeln, obwohl uns gesagt wurde, dass dadurch etwa eine Delfindame mit Antibiotika versorgt werden konnte, die bei einem Haiangriff den Kopf aufgerissen hatte. Es dürfen auch nur fünf bestimmte Delfine gefüttert werden und auch nur maximal zehn Prozent des Tagesbedarfs. Vielleicht würden sie nicht mehr kommen, wenn es keine Fische gäbe, aber es kommen ja auch manchmal mehr Delfine als nur die fünf. Ich weiß es nicht.

Und dann habe ich noch eine Nature Cruise gemacht, um die Seekühe zu besuchen. Leider haben sie sich nicht sehen lassen, dafür haben wir aber noch mehr Delfine getroffen, die auf der Bugwelle des Bootes geritten sind (sagt man das so? Auf Englisch heißt es „riding the bow“). Da das Wetter wieder besser war, war es trotz allem ein schöner Ausflug.

Allerdings musste ich mich danach sputen, denn der Weg nach Kalbarri war lang. Weswegen ich dann auch keine Zeit hatte, auf dem Rückweg die Stromatoliten in Hamelin anzusehen.

Kalbarri

Ich kann Regen nicht ausstehen. Kein bisschen. Morgens bin ich zur Pelikanfütterung gegangen, wo ein Sonnensegel gespannt ist, sodass man wenigstens ein kleines bisschen vor Regen geschützt ist (ich hab ja meine Regentage mit Mama nach Hause geschickt, weil es in Australien ja nie regnet). Drei Pelikane, zwei Weibchen und ein Männchen, sind gekommen und es war ziemlich lustig zu sehen, wie sie sich mit den Möwen um die Fische gestritten haben, die die Kinder mehr schlecht als recht geworfen haben. So ein Pelikan kann ganz schön groß werden. Ganz besonders sieht man das, wenn sie so nah kommen. Ich war froh, dass ich weiter weg stand. Die Schnäbel sehen beängstigend aus!

Danach bin ich zu den Meeresklippen des Kalbarri Nationalparks gefahren. An den meisten Aussichtspunkten hatte ich Glück, und es hat nicht geregnet, während ich die kurzen Wanderwege gegangen bin. Einmal bin ich ziemlich nass geworden, aber ich habe es so gerade überlebt.

Dann war ich noch im Rainbow Jungle, einem Vogelpark, das angeblich das beste in ganz Australien ist. Sehr schön fand ich den großen „Käfig“, durch den man auch durch laufen konnte. Ein Papagei hat sich auf meinen Arm gesetzt, was ich auch immer gut finde. Aber manche Käfige waren auch sehr klein und wenn dann da nur ein Vogel drin saß, war das schon ganz schön traurig.

Am nächsten Tag schien dann wieder die Sonne und ich machte mich auf den Weg zu den Schluchten des Kalbarri Parks. Die berühmteste ist wohl am Nature’s Window, einer Felsformation, die ein Loch bildet, durch das man die beeindruckende Schlucht sehen kann. Hier musste man ein wenig „klettern“ und ich muss gestehen, dass ich froh war, dass so viele Menschen um mich herum waren. So ganz alleine am Rand einer Schlucht entlang zu laufen, wäre mir dann doch zu mulmig gewesen. Obwohl ich es trotzdem gemacht hätte. Ich wollte ja das Fenster sehen.

Auch die Z-Kurve (Z-Bend) war sehr schön anzusehen. Hier konnte man richtig die ganzen Gesteinsschichten sehen und wie der Fluss sich dadurch gegraben hat. Danach habe ich mich auf den Weg nach Horrocks gemacht, was angeblich einer der schönsten Strände Australiens sein soll.

Hutt Lagoon/ Pink Lake

Unterwegs bin ich noch mal an der pinken Lagune vorbei gekommen und dieses Mal war sie richtig pink. Außerdem war es auch absolut windstill, weswegen das Wasser wie ein Spiegel war. Leider habe ich keinen Punkt gefunden, von dem aus man richtig nah ans Wasser kam und am Aussichtspunkt ist es nicht so pink, wie an anderen Stellen, die man aus der Ferne sehen kann. Aber es ist auf jeden Fall sehr cool.

Horrocks

Vielleicht liegt es daran, dass ich in einem abgehalfterten Wohnwagenpark geschlafen habe, aber irgendwie konnte mich dieser Ort nicht so wirklich bezaubern. Der Strand war nun auch nicht so wunderschön, daher war es okay, hier nur eine Nacht zu schlafen und nach Perth weiter zu fahren.

Perth

Der letzte Stopp meines Roadtrips war dann Perth. Ich hatte vorher gehört, dass die Stadt nicht so super schön sein soll und man lieber in Fremantle bleiben sollte (was ich ja am Anfang des Trips tat), aber ich muss sagen, dass ich sie sehr schön fand. All die kleinen Cafés und die hübschen Straßen … Es wäre auf jeden Fall eine Stadt zum Leben. Obwohl ich sagen muss, dass ich mir nicht so viel angeschaut habe, denn nach zwei Wochen Action brauchte ich ein paar Tage Ruhe.

Am letzten Tag war ich noch im Perth Aquarium und von allen Aquarien, die ich auf dieser Reise gesehen habe, war dies das beste. Es gab nicht so unglaublich viele Tiere, aber richtig große Becken. Mir hat ganz besonders das Korallenriff gefallen, aber das wird ja niemanden verwundern.

Nicht zu viel, denn im Anschluss ging es nach Darwin, zum Top End.

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Go top