Zu Besuch bei den Mayas

26. Januar 2017

Nach der Überfahrt nach Guatemala kam ich im Hostel Los Amigos unter. Von hier aus kann man Touren nach Tikal machen. Tikal an sich war echt schön. Leider gibt es die Sunrise-Tour nicht mehr. Da hätte man um vier Uhr morgens auf der höchsten Pyramide gesessen und auf den Sonnenaufgang gewartet. Erst vor wenigen Wochen wurde die Tour abgesagt, weil sich die Tikal-Guides dabei übergangen fühlen. Nun ja, aber auch so war es sehr beeindruckend. Tempel IV ist der höchste und wenn man oben ist, sieht man um sich herum nur Dschungel und immer wieder die Spitze von anderen Tempeln auftauchend. Leider war es sehr neblig, aber nach einiger Zeit klarte es auf, also war das kein Problem. Die Ruinen sind sehr rutschig und einmal mehr war ich froh über meine Mango-Boots. Die lohnen sich echt!

Am nächtsen Tag sind meine Begleiterin und ich dann nach Antigua gefahren. Eigentlich wollten wir nur übers Wochenende bleiben und dann Sonntag nach Quetzaltenango fahren, um dort einen Sprachkurs zu besuchen, aber es kommt ja immer anders als man denkt. Kaum in Antigua angekommen, haben wir Dayna kennengelernt. Sie ist aus den USA und arbeitet in Antigua. Sie hat uns mit in ihr Café genommen und uns geholfen, ein Hostel zu finden. Ausserdem hat sie uns den Tipp gegeben, in Antigua Spanisch zu lernen, weil es in Quetzaltenango hässlich ist. Dann hat sie uns die Adressen von verschiedenen Schulen genannt und wir haben uns dann entschieden, in der Schule Guatebuena anzufangen, weil das eine guatemaltekische Schule ist und somit das Geld im Land bleibt und nicht in die USA, nach Kanada oder England transferiert wird.

Es hat Spaß gemacht, Spanisch zu lernen, aber 40 Stunden sind echt nicht so lange, sag ich euch. Aber ich kann jedenfalls besser sprechen. Verstehen war ja eh kein Problem, wenn die Leute langsam gesprochen haben. Nach zehn Tagen in Antigua, freue ich mich aber auch darauf wieder weiter zu kommen.

Letzten Sonntag waren wir in Chichicastenango, einem riesigen Markt auf dem jede Menge Schmuck und Decken und Taschen usw. verkauft werden. Ich hab mir eine Decke gekauft, die mir hier nachts das Leben rettet. Ansonsten kann man sich hier noch die Kirche anschauen, aber sonst gibt es hier nicht viel.

Und dann war die Nacht als Rob einen Jungen küsste … Mit Gennaro und Rob waren Charlotte und ich abends in einem Irish Pub. Die drei waren schon von Rotwein betrunken. Nun ja. Rob hatte die ganze Zeit so ein Mädchen ausgecheckt, wie es wohl neudeutsch heisst. Eine Stunde lang hat er sich Gedanken darüber gemacht, wie er sie ansprechen soll und ist schließlich einfach hingegangen. Sie hat dann auch gelächelt und ich dachte, es läuft gut. Und dann kam er kreidebleich zurück und sagte: Das ist ein Junge.

Keine Ahnung wieso, aber er meinte wohl, er müsste das „Mädchen“ auf die Wange küssen und als er dann nur noch zehn Zentimeter entfernt war, hat er bemerkt, dass es ein Junge ist und kein Mädchen. Trotzdem hat er nicht innegehalten … Ich habe übrigens die offizielle Erlaubnis, diese Geschichte zu erzählen, weil Rob sagte, dass sie zu gut sei, um sie nicht zu erzählen.

Vorgestern dann kam es zum Tanz auf dem Vulkan. In der Nähe von Antigua gibt es den aktiven Vulkan Pacaya und verrückt wie wir sind, haben Charlotte und ich beschlossen, die Nachmittagstour zu machen, damit wir die Lava bei Sonnenuntergang sehen konnten. Blöder Fehler. Die letzten 300 Meter waren nur noch Lava-Geröll. Man hatte keinen festen Untergrund mehr und der Aufstieg war schon schrecklich! Die Lava sah toll aus, keine Frage, aber ich würde trotzdem niemandem raten, die Nachmittagstour zu machen, weil der Abstieg lebensgefährlich ist. Sobald die Sonne untergegangen ist, sieht man hier nichts mehr. Gar nichts. Hier gibt es nicht so was wie Dämmerung. Nein, Sonne weg, Licht aus. Und dann auf diesem losen Geröll runterzugehen, ohne was zu sehen, nur in dem Winzel-Licht von Taschenlampen ist einfach total Panne. Jeder ist mindestens drei mal hingefallen und dann wieder hochzukommen ist eine echte Qual.

Ich weiß nicht, wieso sie so etwas Gefährliches überhaupt anbieten und dann nicht einmal sagen, dass es nur für geübte Bergsteiger sein soll und auch keine Angaben zu Kleidung etc. machen. Wieder einmal haben sich die Mango-Boots rentiert, aber wir haben auch Leute gesehen, die hatten nur Chucks an. Ich weiss genau, wenn ich keine Schuhe angehabt hätte, die über die Knöchel gingen, hätte ich mir irgendwas gebrochen oder verstaucht. Das war echt ein Höllentrip.

Die Lava allerdings sah toll aus. Die Fotos werden dem nicht gerecht, bei weitem nicht. Ihr könnt sie euch aber natürlich trotzdem anschauen. Sie sind allerdings alle etwas verwackelt, weil es so dermassen windig war, dass es keine Möglichkeit gab, die Kamera still zu halten.

Charlotte ist gestern zurück nach Mexiko gefahren und ich fahre morgen nach El Salvador. Erster Stopp: Strand. Ich muss mich von den eisigen Nächten in Antigua erholen.

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